Welten basteln - Teil 1
Geschichten erzählen, Welten basteln, das ist ein umfangreiches Thema. Da Ihr
Euch in diesem Augenblick auf den Seiten des kleinen Kriegers befindet, möchte
ich es einmal aus meiner Sicht beleuchten.
In meiner Welt geht es mitunter etwas verrückt zu. Manche Gestalten oder
Charaktere sind nicht so gestaltet, wie sie in der Fantasy oft zu finden sind. Das
ist - inzwischen - ganz bewußt so gemacht. Es macht mir Spaß, aus dem
Vollen zu schöpfen und mir selber keine Grenzen zu setzen. Nehmt die
Schwarzweiß-Zeichnung auf der rechten Seite. Ich fand, es war an der Zeit,
dass die Welt des kleinen Kriegers etwas Musik verträgt. Musik lässt sich
schlecht beschreiben, also musste ein Charakter diesen Aspekt der Welt
ausdrücken. Wer könnte die Musik besser unter seine Fittiche nehmen als
ein Gott?
In Anlehnung an die Pop-Idole unserer Tage ist Fransinatrus, der zum Gott erhobene
Bänkelsänger, dynamisch, laut und gefühlvoll. Und damit sind wir auch
schon bei einem guten Beispiel. Im kleinsten Kreis des Weltenbastelns, dem eines
Charakters, zirkelt man eine Biographie. Je nach Wichtigkeit der Figur fällt
sie mal mehr, mal weniger umfangreich aus.
Manchmal entsteht eine Gestalt rein intuitiv, doch ab einem gewissen Punkt, wenn
eine Welt, eine Geschichte immer komplexer wird, ist eine bessere Planung
erforderlich, um die Figur auf plausible Art in die Geschichte einzuweben.
Eine Geschichte erfordert immer eine Recherche. Je enger sie sich an der
Wirklichkeit orientiert, umso intensiver muss diese Recherche ausfallen - falls man
nicht aus persönlichem Wissen und Erfahrungen schöpfen kann. In der
Fantasy ist diese Recherche ungleich schwieriger und auch einfacher. Hier beginnt
die Recherche bei Null und im eigenen Kopf, zuweilen auch im Herzen. Man kann in der
neu entstehenden Welt Gott spielen. Was passieren soll, passiert, die Welt entsteht
so, wie man will. Und genau in diesem Prozess entsteht ein Puzzle, in dem ein Teil
in das andere greift und das Gesamtbild vervollständigt. Was anfänglich
noch recht einfach erschien, geht zunehmend nicht mehr ganz so schnell vonstatten,
da das Zusammenspiel mit den übrigen Elementen beachtet werden muss. Je nach
Vorgehensweise, vom Rand her aufgebaut oder von innen, schließen sich langsam
die Lücken.
[ >>Teil 2 ]

