Alte Meister
Michelangelo Buonarroti ist wohl einer der wichtigsten Künstler, die es je gegeben hat. Obwohl
beinahe 500 Jahre tot, haben seine Arbeiten nichts von ihrer Perfektion verloren und sie machen den
meisten heutigen sogenannten Bildhauern und Malern noch so einiges vor.
Sein monumentales Werk in der Sixtinischen Kapelle kann dazu dienen, schöne Eigenstudien zu machen.
Seine Aktbilder bieten bessere Vorbilder als so mancher Zeichenkursus. Zugegeben, da Michelangelo mehr dem
eigenen Geschlecht zugeneigt war, ist die Körperlichkeit seiner Frauendarstellungen oftmals etwas
vermännlicht, was aber nichts daran ändert, dass sich an Ihnen sehr gut Haltung und Perspektive
eines menschlichen Körpers erlernen lassen.
Um sich hier einzuarbeiten, ist es auch empfehlenswert, sich ein Karomuster unter der Zeichnung anzulegen.
Verhältnismäßigkeiten innerhalb der Körperhaltungen lassen sich so viel leichter
erkennen.
Aber nicht nur die reine Anatomie ist interessant. Gerade der Faltenwurf von Kleidung kann hier ganz toll
studiert werden. Es wird deutlich, dass Michelangelo nur auf der Basis der Kenntnisse der
Körperhaltung und des Volumens seine Figuren regelrecht angezogen hat.
Betrachtet man die Farben - gerade im Hinblick auf die Sixtinische Kapelle - sollte man sich neuerer
Abbildungen bedienen. Nach der Restaurierung der Fresken in der Sixtinischen Kapelle kamen wahnsinnig
leuchtende Farben zum Vorschein, deren Bonbon-Buntheit schon fast an Popart grenzen.
Bei den Besten zu lernen, ist keine Schande. Neben den Malereien und ihrer Technik kann das Eintauchen in
die Entstehung dieses Monumentalwerkes dem Betrachter zusätzlichen Respekt abringen.
Michelangelo hat vieles zu bieten. Jedem, der gerne malt oder zeichnet, kann ich nur ans Herz legen, sich
einmal mit dessen Arbeiten zu beschäftigen.

