Zielgerichtete Entwicklung - Mranon
Viele Wege führen nach Rom, wie man so schön sagt - und noch viel mehr führen zu einer
Figur. Im Gegensatz zu Hutzel Longear, der während einer Langeweile-Kritzelei entstand, sollten in
dieser bereits bestehenden Welt die Katzen ein Oberhaupt erhalten: Mranon.
Zu diesem Zweck bediene ich mich immer noch der guten alten Bleistiftskizze. Sie ist relativ schnell
erstellt und eine Entwicklung auf Papier ist für mich immer noch "echter" als am Bildschirm.
Die Aufgabenstellung, nämlich die Entwicklung eines Katzenvolkes, klingt einfach, in der
Ausführung kann sie dennoch schwierig sein. Ich habe verschiedene Tiere und Arten als Muster
herangezogen. Diese mussten nicht zwangsweise zu den Katzenartigen gehören. Das Ausprobieren sollte
einfach sein. Löwe, Pavian und Hund brachten nicht die gewünschten Ergebnisse. - Manchmal sehen
sie nett aus, aber für die eigene Geschichte funktionieren sie nicht. Oder sie passen nicht zu
bereits bestehenden Figuren.
Schließlich wurde es doch eine "klassische" Katze, die auch sofort als solche erkannt werden kann.
(Wie sehr das Aussehen eines Volkes verhunzt werden kann, sieht man z.B. an der "Wing Commander"
Verfilmung.)
Das Ergebnis von Mranon war natürlich noch zu realistisch. Es musste mehr einen "knuffigen" Charakter
erhalten, wie er sich durch die ganzen Zeichnungen durchzieht. In der anschließenden Tuschezeichnung
und der Colorierung wurde das nachgeholt.
Fazit: Wer eine Figur entwickelt und sich Zeit dafür nimmt, sollte ruhig verschiedene Wege
gehen. Es lohnt sich, sich auch an dem Aussehen zu versuchen, das eigentlich nicht in Frage kommt. So
stellt man sicher, dass sie wirklich so nicht passt. - Gemäß der Regel, niemals etwas
wegzuwerfen, wandern überzählige Entwürfe in einen Fundus, aus dem sich später
schöpfen lässt. (So entstanden die Verwandten der Katzen: die Eisriesen.)



