Dieser Teil der Stadt hat seinen Stellenwert in der Gesellschaft der Dreggen stark eingebüßt. Früher war es ein ehrenvoller Ursprung für die ältesten Familien der Dreggen, doch spätestens nach dem Bau der Festung änderte sich diese Einstellung. Die alte Burg im Zentrum der Altstadt war lediglich ein Abbild der Vergangenheit. Die Festung verkörperte die neue Macht.
Was sich unter den Dreggen Adel nannte, siedelte sich im Schatten dieser Macht an. Die Residenzen entstanden.
Die Altstadt verkam zu einem Einwandererviertel mit allen Vor- und Nachteilen. Nachteilig wirkte sich mangelndes Einkommen aus. Die Instandsetzung von Fassaden und Straßen konnte sich niemand ernsthaft leisten. - Die Pläne eines Dreggen Soi I. erschöpften sich in Kriegsvorbereitungen und der Sicherstellung seiner Nachfolge, weniger in einer strukturierten Gesellschaft. Eingetriebene Steuern dienten dem Erhalt des Stadtkerns und der Vergrößerung der Truppen.
Vorteilig wirkte es sich allerdings auf die Eßgewohnheiten der Dreggen aus. Ein Volksstamm aus Omroria führte zum Beispiel ein mit einem gerollten Fleischmix gefülltes längliches Brot ein, das die Form des Reiseproviants revolutionierte.
Toubens Gerüchte: »Niemand aus meiner Umgebung begibt sich gerne
in die Altstadt. Zu viele Diebe und Halsabschneider sind dort zugange, denen selbst das Strahlen des
Leuchtenden Hortes während der Nacht gleichgültig ist. Unsere Jüngsten treiben sich
mitunter dort herum. Mutproben zu erbringen gehört zum Erwachsenwerden. Und keine Wache wird für
einen in Bedrängnis geratenen Halsabschneider auch nur einen Finger rühren. Aber kein
gestandener Dreggen wird diesen Ort freiwillig aufsuchen. - Aber sicher strahlt auch dieser Stadtteil! Ist
er auch nicht der sicherste, so hat doch seine Geschichte mehr zu bieten, als der Rest des Reiches jemals
erfahren wird.«

