Die Arena von Gre'Affan
Mit der Arena von Gre'Affan verhält es sich in der Hauptsache wie mit allen anderen Arenen des
Dreggen-Reiches. Hier kämpfen nicht nur Sklaven, sondern auch freiberufliche Gladiatoren. Diese
Berufskämpfer sind nicht besser oder schlechter als ihre zum Kampf gezwungenen Kollegen.
Berufskämpfer wird man mangels Ausbildung in einem handwerklichen Beruf, was bei vielen alten Soldaten
der Fall ist. Viele von denen, die ihre Dienstzeit abgeleistet hatten, waren auch nicht die Art, die ihre
Schwerter zu Pflugscharen schmieden und sich der Ackerscholle annehmen.
Sklaven kämpfen um ihr Leben, Berufskämpfer töten für Geld - Besitzer von Arenen
streiten noch, welches die bessere Motivation für einen guten Gladiator ist.
Die Arena von Gre'Affan hat ein paar Besonderheiten, die sie aus der Masse der anderen Arenen heraushebt.
Kämpfe finden hier überdurchschnittlich oft statt. Tempelpriester des Gottes Gre sind nämlich
die Besitzer. Hier wird der alte Kult fortgesetzt. So sind Kampfesopfer gleichzeitig Opfer für den
Gott. Entgegen der üblichen Praxis, die Gefallenen auf einem düsteren Flecken Erde abseits der
Stadt oder des Dorfes zu verscharren, verschwinden die Toten in Gre'Affan irgendwo in den Gewölben
unter der Arena.
Die Arena von Gre'Affan ist beliebt. So fasst sie an die zehntausend Besucher, so viele, wie in einer
kleinen Stadt wohnen. Die Tempelpriester sorgen regelmäßig für Abwechslung, indem sie
allerlei gefährliches Getier gegen ihre Gladiatoren ins Feld schicken. Diese Vorgehensweise hat eine
simple Ursache: Sklaven werden knapp. Und Berufskämpfer leider auch. Begründet wird dieser Umstand
durch zweierlei. Erstens finden kaum noch Feld- und Raubzüge statt, welche die Sklavenmärkte
füllen würden. Zweitens hat Ellemr'Affan die Reihen der wirklich guten Gladiatoren mit seiner
Kriegsaxt enorm gelichtet.
Zähneknirschend haben sich die Tempelpriester dazu entschlossen, auch gefallene Tiere dem Gre zu
opfern. Sie haben gebetet und gebettelt, um Gre deshalb zu besänftigen und der Gott gestattete es ihnen
unter der Maßgabe, einen der Priester in bestimmten Zeitabständen geopfert zu bekommen. Der
göttliche Befehl rief allerhand Unmut unter seinen Anhängern hervor, zumal das Opfer durch Los
bestimmt wurde und es somit auch einen der Altgedienten treffen konnte - Götter sind halt keine
Stimmungsmacher.
Der gewöhnliche Besucher weiß davon nichts. Für das Volk sind es die besten Kämpfe im
ganzen Reich. Die Priester hingegen beten beinahe stündlich darum, dass bald der nächste Krieg
komme und die Sklavenmärkte fülle.



Toubens Gerüchte: »Ich habe für diese Kröten nichts
übrig ... aber von Spielen verstehen sie etwas. Der Aufwand, die Höhe der Einsätze ist im
ganzen Reich einzigartig. Nicht wenige meiner Landsleute haben sich hier ein hübsches Sümmchen
für den Lebensabend verdient. ... Oder auch ihren Lebensabend eingebüßt. - Mir kann das
nicht passieren.«