Njollo Dakken (Händler)
Njollo ist ein sehr einfacher Dreggen. Halt dich aus allem heraus, was dich nichts angeht - so lautet seine
Devise. Zwar ist dies kein vorteilhaftes Verhalten für einen Händler, aber Njollo hat Taktiken
über Kontaktpersonen entwickelt, die sein ruhiges Auftreten zu schätzen wissen.
Entgegen den Ambitionen seines Vaters, der ihn drängen wollte, Hafenarbeiter zu werden, brachten
Njollos Fähigkeiten ihn sehr früh in die Lage, Dinge zu beschaffen. Er hielt die Augen stets
offen nach Gegenständen, die ersatzweise für die eine oder andere Ware herhalten konnten. Und er
hielt andere dazu an, ebenfalls Umschau zu halten. Seine verlässliche Art brachte ihm alsbald ein
kleines unverzichtbares Netz an Personen, die ihm ihre Informationen zutrugen.
Bereits sehr früh ließ er sich in der Straße der gefährlichen Brandung nieder, mehr
auf den Wunsch seines Bruders Jenkomal hin, der über den jüngeren Bruder sein Diebesgut absetzen
wollte. Njollo wollte mit diesen Geschäften eigentlich nichts zu tun haben, aber zuweilen ist Blut
dicker als Wasser.
Der Säuberungsaktion in der Straße entging Njollo wie durch ein Wunder. - Nun, falls man seine
guten Beziehungen zu den Soldaten als Wunder bezeichnen will. Immerhin machte er gute Geschäfte mit
ihnen. Für Waren, die sie während ihrer Arbeit - oder besser Raubzüge - ergatterten, zahlte
er gutes Geld. Njollo verschloß sich gerne vor der Realität. So fragte er nicht, wo das eine
oder andere Stück tatsächlich herstammte.
Njollo lebt alleine im großen Rotkuchenhaus. Dort besitzt er auch ein kleines Lager für
seine Ware. In den vielen leerstehenden Räumen fühlt er sich recht einsam. Am liebsten wären
ihm ruhige, saubere Nachbarn, deren Anwesenheit man spürt, die ihm aber nicht zu nahe kommen.


