Jenkomal Dakken (Strandräuber)
Er ist zweifellos der schwarze Grumpf der Familie. Früh gewann er seine Unabhängigkeit vom
elterlichen Haus, indem er sein Auskommen mit Taschendiebstählen betrieb. Er war so erfolgreich, -
genauer, er wurde nie erwischt - dass er bald eine kleine Bande um sich scharte. Und genau das war sein
erster Fehler. Als Lehrer für Diebe taugte er nicht und seine Helfershelfer waren nur allzu gerne
bereit ihren Anführer zu verraten, bevor es ihnen an den Kragen ging.
So musste Jenkomal notgedrungen die Flucht antreten und für viele Jahre wurde er nicht mehr in
Halmawat gesehen. In der Fremde lernte er zu seinem Glück einige neue Fertigkeiten, so auch in
richtigen Berufen. Schmiede- und Fassadenarbeiten halfen ihm sein diebisches Können zu
verfeinern.
Hatte er in diesen Jahren auch zahlreiche Liebschaften, blieb er doch ein einsamer Mann. Ihm fehlte die
Nähe zu seiner Familie, im Besonderen zu seinem Bruder. Zwar hielt er den kleinen Njollo für ein
wenig seltsam, doch Familie war Familie. Er kehrte nach Halmawat zurück. Älter zwar, aber auch
gewiefter und durchtriebener als jemals zuvor.
Jenkomal nutzte sein Äußeres bisweilen, um alten Witwen ihr bitter Erspartes aus der Tasche zu
gaunern. Auf die Dauer jedoch erregte er damit zu viel Aufsehen. Er verlegte sich auf kleine
Diebstähle und lockte am weitläufigen Strand kleine Boote mit falschen Signallichtern auf die
schroffen Felsen. Jenkomal fristete ein ausgeglichenes, wenn schon nicht glückliches, so doch ein
zufriedenes Leben.
Jenkomal lebt im Pilzkopf direkt gegenüber dem Zelt des Straßenwächters. Der
Strandräuber profitiert davon, dass Dalmut Dan, der Straßenwächter, dümmer als ein
zweiköpfiger Ito ist. Denn seine Tarnung als seniler alter Mann funktioniert.


