Delron Jalmar
Vor vielen Zyklen tauchte in der Teilprovinz Tomcall ein junger dunkelhaariger Mann auf. Am Leib trug
er gewöhnliche, aber saubere Kleidung. In seinem Geldbeutel befanden sich einige wenige kupferne
Münzen, ein wertloser Edelstein und eine aus einem Fandoeckzahn geschnitzte Statuette. Seine
schmeichlerichen Eigenschaften ließen ihn schnell bei einem kleinen Händler zuerst als
Verkäufer, später als Verwalter unterkommen. Der Händler war ein alter Mann, der Delron
mehr und mehr ins Herz schloß und ihn in sein Testament aufnahm. Mangels weiterer Erben gelang dem
einstigen Sklaven so der Start in den Erfolg.
Das Ziel von Delron Jalmar: Reichtum. Er gab sich selbst den Stempel eines Mannes, der alles besorgen
kann. Ausgehend von dem kleinen Laden, in dem er alles mögliche aus allen Ecken des Landes hortete,
erstand er nach zwei Zyklen ein Schiff. Mit diesem nahm ein weit verzweigtes Netz auf den Flüssen
des Reiches seinen Anfang.
Nachdem er diesem Netz noch Küstenschifffahrt und Karawanen hinzufügte, um auch noch in die
hintersten Winkel des Reiches der Dreggen zu kommen, wurde er der ungekrönte König aller
Händler.
In jedem Fall hätte Delron Jalmar es zu etwas gebracht. Die Nachwehen des Erbfolgekrieges
erleichterten ihm allerdings seinen Aufstieg. Es heißt, abgesehen vom König selbst, kein
Besitztum von Fürsten könne es mit der Pracht seiner schwer befestigten Villen in allen
Provinzen aufnehmen.
Niedere Händler flüstern sich zu, dank der Masse der ihm ergebenen Söldner könne
Delron Jalmar es sogar wagen, nach der endgültigen Macht im Reich zu greifen.
Sentimentalität ist die Ursache dafür, warum Delron seinen Stammsitz in Weldoroon in der Provinz
Tomcall nie aufgab. Die kühle Frische des Meeres zieht er der zunehmenden Hitze des Landesinneren
vor. Er reist nur, wenn es unbedingt nötig ist. Dann aber ist sein Reisetroß so groß,
dass er Aufmerksamkeit erregt, sei es zu Wasser oder zu Lande. Und sein Einzug in sein Domizil in der
jeweiligen Provinz wird stets von einer Unmenge von Gaffern und Bettlern begleitet.


