Rotan
Ein altgedienter Kämpe aus den Schlachten gegen die Gardan'Gre und dem Bruderkrieg.
Unbedarft hatte sich Rotan damals in den Kriegstagen auf die Seite des Siegers gestellt. Der
König, der sich heute Dreggen Soi II. nennt, ist seinen Fähigkeiten nach nicht besser
oder schlechter als sein Bruder. Rotan gehört einem kleinen Adelsgeschlecht an, dessen
Lehen nahe des Winterlagers der S'Tamone liegt. Da er ihre Gewohnheiten kennenlernte,
respektiert er sie und ehrt sie als tapfere Krieger. Für die meisten Dreggen jedoch sind
die S'Tamone nichts anderes als Halbwilde.
Rotans Jugend war recht behütet. Sein Eifer galt jedoch dem Kampf. Die Obhut der Mutter kam nicht
gegen die Kampfeshymnen des Vaters an. Lieber übte er mit einem hölzernen Schwert, als den Pflug
einzuspannen. In den letzten Monaten eines Feldzuges gegen Küstenpiraten in Tomcall nahm sein Vater
ihn endlich in sein Heer auf.
Rotan kennt sich nicht mit Politik und höfischen Intrigen aus, noch haben sie ihn je interessiert.
Den Platz, den er immer wollte, ist auf dem Schlachtfeld bei seinen Kameraden. Aber die Kriege sind schon
lange beendet. Kleinere Scharmützel, Feldzüge gegen Piraten und aufmüpfige Tagelöhner
zählen für ihn nicht.
Heute muss er sich mit einer Garnison zufrieden geben, deren einziger Zweck es ist,
Bjo'Erk-Sklaven zur Bergwerksarbeit anzutreiben. Abwechslung ist selten. Die Krieger der Dreggen
veranstalten manchmal Spiele, um ihre Kräfte zu messen. Das reicht Rotan nicht mehr. Sein
Ziel ist die letzte große Reise, vielleicht in den Norden für einen Beweis der
Existenz der Eisriesen, vielleicht an die Skelettküste für eine Fahrt über das
Meer an das Ende der Welt.
Leider spielte ihm das Schicksal übel mit, indem es ihm einen kleinen rothaarigen Krieger
über den Weg laufen ließ. Er geriet unter Verdacht, ein Attentat auf den König
verüben zu wollen. Fortan wurde sein Leben von mehr Aufregung und Abenteuer beherrscht, als
ihm lieb war.


