Keinfussabhand
Hutzel Longear traf ihn auf der Flucht vor einem Spürtrupp der Dreggen in einer verregneten
Nacht in einem finsteren Wäldchen. Als die Dreggen auf ihren Fandos reitend in den Wald
eindrangen, ließ eine seltsame Präsenz die ansonsten furchtlosen Reittiere scheuen. Sie
winselten gar vor Angst, so dass den Dreggen nichts anderes als die Umkehr blieb. So rettete
Keinfussabhand dem kleinen Krieger das Leben.
Ein Walddämon geht selten Freundschaften ein, denn alles, was lebt und sich bewegt, ist
zumeist nur Nahrung für ihn. Bei Hutzel verhielt es sich anders. Unerklärlicherweise
empfand er Zuneigung für den annähernd gleich großen kleinen Krieger.
Seit dieser Nacht sind sie Freunde und es vergeht kein Zyklus, während dem sie nicht in
Schwierigkeiten geraten und sich gegenseitig beschützen müssen.
Da Keinfussabhand nicht sprechen kann, musste sich Hutzel einen Namen für ihn einfallen
lassen. Doch dies ist die lange Version des Namens. In Gefahrensituationen ruft Hutzel den
Walddämonen schlicht Ka.
Er ist aus der Art geschlagen, denn Walddämonen haben keine Freunde. Als Chronist und
Übersetzer der Geschichten dieser Welt stellt mich Ka schlicht vor ein Rätsel. Freunde
dieser Sorte bedürfen in jedem Fall der Gewöhnung. Wer wurde bislang von jemandem
verteidigt, dessen Maul sich soweit öffnen ließ, dass er ein Vielfaches seiner
eigenen Größe verschlingen konnte? Niemand in dieser Welt. Keinfussabhand und Hutzel
bilden ein Duo, wird man ihrer zum allerersten Mal ansichtig, das dem Betrachter ein
Lächeln entlockt. Doch zu einem wahren Gelächter reicht die Zeit selten.
Neben seinem unbändigen Hunger ist auch seine Fortbewegung ungewöhnlich.
Schlängelnd am Boden, halb hüpfend wie ein kurzer Flug, im Geäst mit seiner Hand
hangelnd und windend. Nie bereitet es ihm Mühe mit dem kleinen Krieger Schritt zu halten.


