Grumpf
Das Tier sieht nicht nur aus wie ein Grumpf, es ist auch sein bevorzugter Laut, den es von sich gibt.
Inmitten hohen Schilfes oder Gräser vernimmt der aufmerksame Hörer oft ein heiser hingehauchtes
Grumpf verbunden mit einem nachfolgenden Pffffff.
Generell soll man als aufgeschlossener Beobachter bei Tieren nicht von schön oder häßlich
sprechen. Aber das Grumpf lädt geradezu ein, es mit verschiedenen Attributen wie gelangweilt
oder angeödet zu belegen. In freier Wildbahn frisst es ein wenig, schreitet ein wenig weiter,
paart sich ein wenig und frisst wieder. Allerdings versteckt es sich recht gescheit. Dies macht es jedoch
mit der gleichen Langeweile wie alles andere auch.
Das Grumpf ist eines der wenigen Nutztiere, das die Dreggen je in Gefangenschaft züchten konnten. Das
Grumpf scheint bis ins Mark von Langeweile durchdrungen, denn auch sein Fleisch schmeckt dermaßen
langweilig und müffelig, dass so mancher Dreggen sich weigert es zu essen. Scherzhaft wird behauptet,
vertilge ein Krieger ein Stück Grumpf, ginge dessen Trägheit auf den Esser über. Wahrheit
oder nicht, Grumpf wird im Heer der Dreggen als Feldration nicht geduldet.
Eine breitere Nutzung des Grumpf ist ebenfalls nicht möglich. Fandos und Blutlappenläufer
weigerten sich gewaltsam, Zaumzeug aus müffeliger Grumpfhaut anzunehmen. Der niederste Beruf im Reich
der Dreggen ist der des Grumpfhüters. Wer sonst gar nichts kann, wird Grumpfhüter. Und es sollte
einem spätestens dann zu denken geben, wenn man weiß, dass falscher Grumpf, hergestellt
aus Kornabfällen, beliebter ist als echter Grumpf auf dem Teller.


