Slor
Drachen existieren vom Anbeginn der Zeiten. Bevor sich das Licht von der Dunkelheit schied, erhellten die
Flammen dieser sagenhaften Wesen die Dunkelheit, waren Fanale der Macht, Stärke, Güte und
Grausamkeit. Nur sie hielten das Böse in seinen Schranken und bedienten sich seiner.
Als das Licht erschien, verschwanden sie in den Höhlen der Himmelsgebirge. Auch Slor versteckte sich
vor der gleißenden Helligkeit, die einige seiner Gefährten in den Wahnsinn trieb. Das
Böse, jeglichen Dammes beraubt, ergoß sich über die Welt, spülte das Gute hinfort und
mehrte seine Anhänger. In jenen Tagen erstand Gre, anders als seine Brüder, ein schwarzer
Drache, und ließ die Erde erbeben und Vulkane ausbrechen. Über weiten Teilen der Welt bedeckte
eine künstliche Dunkelheit das Land. Gre machte sich das Böse untertan.
Aber in der bis dahin kurzen Zeit des Lichts wurde auch Gutes geboren. Feen, lieblicher denn der
prachtvolle Frühling, heller als die Sonne, schufen eine Grenze, die Gre nicht durchdringen konnte.
Da rief Slor seine treuesten Brüder an seine Seite und gemeinsam standen sie den Feen bei. Bastion
auf Bastion der dämonischen Brut fiel. Doch Gre selbst widerstand ihnen.
Im Zwielicht des Hellen und Dunklen vereinten die Feenfürstin Natalja und Slor ihre Kräfte.
Flamme und Licht erschufen den ultimativen Krieger, der Gre auf alle Zeiten bekämpfen sollte:
Tshenja'nat, Sohn des Drachen. Fast schien es, als habe der Plan Erfolg, doch Tshenja'Nat fiel dem
Größenwahn anheim. Just zu dem Zeitpunkt, da Gre besiegt schien, forderte Tshenja'Nat seinen
Vater heraus - und Slor verlor den Kampf.
Seines Augenlichts beraubt, floh Slor zurück in die tiefsten Gewölbe des Himmelsgebirges, weinte
blutige Tränen, weinte, da die Wurzel des Machtstrebens seines Sohnes aus ihm hervorging. Weinte, da
er sich schuldig am Untergang der Welt wähnte.


