Kartun
Der grünschwarze Drache steht an der Schwelle zur Gottheit. Es ist ärgerlich für ihn, dass
er diesen Status noch nicht erreicht hat. Neben Gre ist er der einzige seiner Art, der diese besondere
Macht anstrebt.
Gres radikaler Art, neue Anhänger zu rekrutieren, kann Kartun nichts abgewinnen. Seine Vorgehensweise
ist weitaus sensibler. Er zwingt niemanden, an ihn zu glauben. Er machte ihnen einst Versprechungen ewigen
Lebens, gewährt ihnen in beschränktem Maße Macht über Leben und Tod. Seine eigens
für diese Zwecke ins Leben gerufene Religion "Der Odem des Drachen" führt ihm immer weitere
Seelen hinzu, die ihm bei seinem Aufstieg zum Gott den Weg ebnen. Noch ist die Zahl seiner Anhänger
vergleichsweise gering, aber Kartun ist ein Drache von großer Geduld.
Dereinst kämpfte er Seite an Seite mit Slor gegen Gre und seine dämonischen Horden. Es war die
Vergeblichkeit des Kampfes, die seine Einstellung zur Macht änderte. Er erkannte schnell, dass Licht
und Flammen keineswegs die von den Göttern gewollten Grundpfeiler alles Lebens waren, sondern
Unmengen von Gläubigen, die blind gehorchen. Nachdem Slor den Kampf gegen seinen eigenen Sohn verlor,
stand Kartuns Entschluss fest. Nie wieder würde er sich der Schwäche, dem Guten ergeben.
Der Plan zur Anhäufung weiterer Macht reifte nur langsam in ihm. Eine Religion erschien ihm so
erniedrigend, auch für sich selbst. Es war nie seine Absicht gewesen, sich um niedere Wesen zu
kümmern. So kam ihm die Idee, ein Quentchen seines Giftes herzugeben, das seine Gläubigen
infizierte und sich in ihnen vermehrte. Auf diese Weise musste er keinen Gedanken mehr an die Ausbreitung
seines Kultes verschwenden.
Irgendwann, und Kartun denkt dabei in kosmischen Dimensionen, wird er an der Spitze der bekannten
Gottheiten stehen.


