Kolra
Götter lieben's heimlich, Götter sind schrecklich schlau! Götter sind manchmal peinlich,
Götter sehen aus wie S ... - Nun, es gibt Grenzen dessen, was man einem Gott ins Gesicht sagen kann.
Und wäre ein Gott noch ein Gott, wenn er sich mit einem Aussehen begnügen würde? Wohl
kaum.
Also, wann ist ein Gott ein Gott? Gemessen an Kolras Eigenschaften liebt ein Gott die Macht, verwandelt sich
von Zeit zu Zeit in andere Gestalten, führt Krieg gegen andere Götter und schert sich einen Dreck
um seine Anhänger - Hauptsache, er hat welche!
Wüßten die Dreggen, dass Kolra lieber die göttlichen Gefilde unsicher macht, käme so
manches Weltbild ins Wanken. Ihm ist die Schutzfähigkeit von Amuletten nicht wichtig. Sollen doch
andere diese Kleinode segnen. Wichtig war ihm, mehr Anhänger als Gre zu haben, und das hat er
geschafft.
Sein bevorzugtes Aussehen ist das des großen grünen Giganten. Lange Zeit - mehrere Zyklen - hat
er überlegt, ob er sich neben der Festung des Leuchtenden Hortes zeigen soll. Der Turm wäre nur
eine bessere Keule für ihn gewesen. Doch schließlich scheute er den Kraftakt aus purer
Faulheit.
Vor langer Zeit, als die Dunkelheit vorherrschte, war Kolra noch ein kleiner unbedeutender Dämon. Der
Einzug des Lichts half ihm und anderen die Kontrolle der Drachen abzuwerfen. Sein Erscheinen als
grünbrauner Nebel bei den Dreggen war mehr ein gelangweilter Ausflug, die Ansprache, die er dem
verängstigten Dreggen an jenem Tag hielt, mehr ein Spaß. Die Konsequenzen jedoch, der
Machtzuwachs durch Gläubige, waren ein Nebeneffekt, mit dem er in seiner göttlichen
Weisheit nicht gerechnet hatte. Dieser Effekt setzte die Stellvertreterkriege zwischen Dreggen und
Gardan'Gre erst in Gang.


