Gre
Einst ein Drache, nun ein Gott. Doch welchen Preis mußte Gre dafür bezahlen?
Verstoßen vom Volk der Drachen, kaum jemand ist mehr von den Gardan'Gre übrig, der ihn
noch verehrt. Und in den Sphären der Götter ist er ein Emporkömmling, der verachtet
wird.
Es begann für ihn vielversprechend. Als das Licht erschien, nutzte er das entstehende
Machtvakuum. Er nutzte die Hilflosigkeit des führenden Drachen Slor und seiner Gefährten
aus, die sich vor der Helligkeit geflüchtet hatten und sammelte selber Getreue um sich. Es
war gar zu einfach, Chaos zu stiften und die Welt zu verheeren. Trotzdem betete man ihn bereits in
jenen Tagen an, was seine Macht nur noch schürte. Neben einer ungeheuren
Selbstüberschätzung litt er auch an mangelnder Weitsicht. Niemals in seinem langen Leben
wäre er auf die Idee gekommen, dass sich Drachen und Feen gegen ihn verbünden
könnten.
Schließlich schufen sie Tshenja'Nat, den Sohn des Drachen, und dieser Feind hätte die
Macht besessen, Gre zu besiegen. Doch Tshenja'Nat war noch wahnsinniger als es Gre je sein
würde. Tshenja'Nat richtete seinen Zorn auf Slor, seinen Vater. So entging Gre seiner
Vernichtung. Er erhielt neuerlich die Gelegenheit, Macht zu sammeln. Er scharte die Gardan um
sich, die zu den berüchtigten Gardan'Gre wurden, dem Volk von Gre.
Alsbald begannen die Stellvertreterkriege. Volk um Volk wurde überrannt, Gott auf Gott verlor
seine Anhänger - was den zum Gott aufgestiegenen Drachen Gre nicht eben beliebt machte in den
himmlichen Sphären.
Schließlich kam es, wie es kommen mußte. Die Völker von Gre und Kolra trafen
aufeinander. Und die Gardan'Gre unterlagen den Dreggen. Kolra selbst nutzte die
Überlegenheit, um Gre selbst zum Kampf zu fordern. Fürchterlich entstellt floh Gre vom
Schauplatz der Auseinandersetzung.
Inzwischen ist es still, um ihn geworden. - Aber er hat seine Pläne noch nicht aufgegeben. Er
ist überzeugt, dass seine Zeit kommen wird.


