Achtaugen
Mit dem Achten sieht man besser!
Der aufmerksame Beobachter rätselt nicht lange, welcher besonderen Art dieser Gott sein könnte.
Achtaugen sieht alles und weiß alles. Manche sagen, er wäre Kolras kleiner Bruder, was jedoch
nicht stimmt.
Wichtig ist Achtaugen nur, genug Gläubige zu haben. Dazu ruft er sich immer wieder und überall
bei allen möglichen Völkern in Erinnerung. Denn er sieht nicht nur alles, er ist auch ein
Schandmaul. Was er erfährt, plaudert er gerne aus. So erfährt Achtaugen auch weniger Verehrung
als Verachtung und ihm dargebrachte Opfergaben haben den Sinn der Beschwichtigung. Denn die Völker
fühlen sich von ihm schlichtweg erpresst.
Achtaugens Nachteil ist, dass er nicht immer überall präsent sein kann. Obwohl er alles sieht,
sind seine Reisefähigkeiten bei weitem nicht in gleichem Maß ausgebildet. Deshalb und nur
deshalb hält sich das Tohuwabohu gerade im Reich der Dreggen noch in Grenzen. Wäre er schneller
und könnte alle Wahrheiten unter den Wesen verteilen, würde alles im Chaos und Hass
versinken.
Nur die Götter wissen um seine Beteiligung an der Erhebung des Fransinatrus. War er es doch, der den
Bänkelsänger in die göttlichen Sphären erhob. Er empfand die Lieder des gar
meisterlichen Sängers als so großen Genuß, dass er meinte, nur ihm stehe es zu, diese
Laute zu vernehmen. Aber garstige Widersacher der Sphäre, darunter auch Kolra, versagten ihm diese
Freude. Hatte er doch auch sie schon zu oft mit seinem Wissen gegeneinander ausgespielt. Sie gaben
Fransinatrus die Freiheit zurück, nach Belieben seine Lieder zu spielen.


