Wolkenvolk
Das Wolkenvolk ist ein Mythos, ähnlich dem der Eisriesen. Doch selten wurde ein Mythos so oft
beobachtet. Erstmals in den Schriftrollen erwähnt, wurden sie in der Regierungszeit von Dreggen
Sois II. Urgroßvater. Während eines heftigen Gewitters, welches das Land viele Tage und
Nächte in seinen Bann schlug, sah so mancher der Dreggen in den Wolken leuchtend rote Schatten,
beinahe Gestalten mit Armen und Beinen. Die Alten vermeinten sogar Flügel zu erkennen, riesige
Schwingen, deren Schlag den Sturm noch verstärkte.
Ein großer Teil der Dreggen brach mitten im Gewitter auf, ängstlich, machten sie sich auf
den Weg zum Leuchtenden Hort, wo sie beten wollten, denn sie fürchteten, die Götter
würden nun über sie kommen. Und wirklich, nach tagelanger Einkehr in den Tempeln der Stadt
endeten die Stürme. Die Furcht geriet in Vergessenheit.
Doch viele Jahre später entdeckte ein Hirtenjunge in einer Höhle Wandmalereien aus uralter
Zeit. Die Entdeckung verbreitete sich unter dem Volk und vergangene Ängste brandeten wieder
hervor.
Das Wolkenvolk sieht sich gerne strahlend durch die Himmel gleiten. Sie genießen diese Freiheit,
die ihnen niemand in dieser Welt streitig machen kann. Sie besitzen solche Macht, dass niemand der
erdgebundenen Lebewesen sie in Worte fassen kann. Ihre technologischen Errungenschaften, gewachsen
über die Jahrhunderte, vermag keiner jenseits des Himmels sich auch nur auszudenken.
Einst kamen sie von weit her. Diese Zeit liegt solange zurück, so dass selbst sie nur Legenden
darüber besitzen, jedoch keine richtigen Aufzeichnungen mehr. Ihre Flügel sind nicht echt.
Vielmehr ist es ein Apparat, der bereits seit altersher dazu dient, jeden unter ihnen zu beeindrucken.
Ihre Städte, verteilt über viele Regionen und jede von ihnen weitgehend autonom, sind
gläserne Paläste, die von gewaltigen Maschinerien in der Luft gehalten werden.
Das Wolkenvolk hat den Frieden gelernt, doch ... wehe dem, der es wagen sollte, sie herauszufordern.


