Gardan'Gre
Das Volk des Gre ist ein untergegangenes Volk. Im großen Krieg gegen die
Dreggen verloren die Gardan'Gre alles. Familien, Heimat, Zukunft. Einige wenige
durften in der für ihre Gladiatorenspiele berüchtigten Stadt Gre'Affan
überleben. Warum, ist nicht sicher. Vielleicht wollte Dreggen Soi I. sich eine
Quelle neuer Sklaven erhalten, vielleicht hatte er anderes mit ihnen im Sinn. Aus
Mitleid handelte er keinesfalls.
Die Geschichte wird von den Siegern überliefert, und es existieren viele
Schauermärchen über die Gardan'Gre. Wahr ist allerdings, dass dieses Volk
furchtbare, riesige Krieger hervorbrachte, denen die meisten anderen unterlegen
waren. Angestiftet durch Gre, den Gott und gefallenen Drachen, erstürmten sie
einen Landstrich nach dem anderen. Gardan'Gre folgten dem Grundsatz keine Gefangenen
zu machen. Die Feinde waren als Opfer des Gottes Gre bestimmt und Priester waren
entgegen der augenscheinlichen Macht der Kriegerkaste die eigentlich bestimmende
Kraft dieses Volkes.
Im Krieg gegen die Dreggen änderte sich alles. Dieses Volk war den Gardan'Gre
ebenbürtig. Ihr Gott Kolra war Gre sogar überlegen. Die Gardan'Gre
kämpften, weil sie es mussten, die Vernunft hatte längst verloren.
Bevor Gre in das Leben der Gardan trat, hatte dieses Volk eine hohe Kultur in
Landwirtschaft und Kunst entwickelt. Niemand musste hungern, ja, es herrschte eine
unterschwellige Glückseligkeit. Wie es einem Gott gelingen konnte, ein
zufriedenes Volk derart zu verderben, ist eines der großen Geheimnisse der
Welt. Die Priester manch anderer Götter würden einen Arm dafür geben,
wenn sie es nur lüften könnten, um diesen Trick selber zu
verwenden.
Hielten die Gardan'Gre auch den Betrieb der Landwirtschaft aufrecht, um ihre Armeen
zu versorgen, wurden die Künste fortan völlig vernachlässigt. Das
Handwerk diente nur noch dazu, neue Kriegsmaschinerien zu entwerfen, von der
einfachen Schlagwaffe bis zu Rammbock.
Am Ende fielen die wenigen Überreste ihrer Kultur aus vergangenen Tagen der
gnadenlosen Vernichtung durch die Dreggen anheim. Gäbe es nicht Gre'Affan,
gehörte dieses Volk bereits in das Reich der Legenden. Vielleicht wollte
Dreggen Soi I. auch ein lebendiges Mahnmal schaffen, damit kein anderes Volk je
einen weiteren Krieg gegen die Dreggen wagen würde. Die Geschichte zeigt
jedenfalls, dass der nächste Krieg der Dreggen ein Bürgerkrieg war.


