Kampflehrer
Diese Art von Tätigkeit genießt einen zweifelhaften Ruf im Reiche der Dreggen und
darüber hinaus. Ausnahmsweise ist das Misstrauen nicht unbegründet, denn Kampflehrer
haben meist keine besonders rühmliche Vergangenheit. Dichtete man ihnen in vergangenen Zeiten
an, sie seien gescheiterte Ritter und romantisierte sie auf diese Weise, so ist man in diesen
Tagen der Wahrheit ein Stück näher.
Viele Kampflehrer sind Dreggen, aber auch andere Völker stellen ihren Anteil an diesem Beruf.
Es gibt sogar Leute, die behaupten, vereinzelt Katzen als Kampflehrer angetroffen zu haben. Dies
freilich nur in entlegenen Gegenden.
Die überwiegende Mehrheit der Kampflehrer jedoch besitzt nicht den Charakter einer
fehlgeleiteten, eigentlich scheuen Katze. Viele waren Piraten, Räuber und im besten Fall
Söldner, an denen im gefestigten Reich der Dreggen kein Bedarf mehr war.
Die Schüler von Kampflehrern sind oft besonders junge Dreggen, die sich etwas von den neuen
Techniken erhoffen, die sie von den vernarbten, großmäuligen Halunken lernen.
Kampflehrer lehren keine hohe Kunst und häufig mangelt es ihnen an vielen Kenntnissen. Wer
sie mit Rittern vergleichen wollte, läge so falsch es nur eben möglich ist. Sie lehren
den Straßenkampf. Gewinnen mit allen Mitteln, lautet die Maxime. Tugend und Ehre eines
Kriegers sind für sie fremde Begriffe. Doch ihre Schüler wollen auch nichts davon
wissen, für sie kommt das Überleben an erster Stelle. Das Leben in den Städten und
Dörfern der Dreggen ist hart.
Gelehrt wird der Kampf mit einfachen Waffen, die eher ungeschlachter Natur sind: Stock, Keule,
Säbel oder Dolch. Natürlich wird auch der waffenlose Kampf nicht vergessen. Das Entgelt
für diese Dienste ist bescheiden, weshalb Kampflehrer auch nie lange an einem Ort
bleiben.
So mancher dieser Krieger lebt aber nicht nur für den Lohn. Sie leben auch von der
Bewunderung, die ihnen ihre jungen Schüler entgegen bringen.


