Shellfish Peaceley
Shellfish bestand auf dieses Pseudonym. Sein erster Name war zu einem Markenartikel geworden und nach
seiner Zeit als Musiker schämte er sich dafür.
Als er feststellte, wie tief ihn sein ausschweifendes Leben in den körperlichen Ruin stürzte,
arrangierte er seinen Tod und floh. Frauen, Alkohol, Luxus, alles ließ er hinter sich zurück.
Zuerst reiste er in die Rocky Mountains, doch dann zog es ihn wieder nach Nevada zurück. Und dort, in
einer Gewitternacht - die im Tal der Schatten des Todes sehr selten sind - fand ihn die Magie. Es war ein
Atemzug. Die süße Luft erfüllte ihn mit Licht und Tönen, die nicht von dieser Welt
waren.
Magie war Musik sehr ähnlich. Shellfish beherrschte sie wie ein Instrument, wie seine sanft
schmeichelnde Stimme. Er zauberte Musik in den Sternenhimmel, zauberte eine Leuchtspur aus Gefühlen
... bis ihn Donar zu sich holte.
Fortan wurde er die Stimme der Götter, die Posaune seines neuen Herrn.
Aus der neuen Offenbarung: (Kap. 34, Vers 2)
Und ich hörte die Stimme der Götter, wohl gewählt unter all den Sterblichen, sie zu preisen
und verherrlichen. Der Erdkreis erbebte unter seinem Klang, da er die Heerscharen auf die Unendliche rief.
Er übertönte das Geschirr ihrer gepanzerten Tiere, den geharnischten Schritt ihrer Krieger, das
Klirren ihrer Waffen. Glockengleich läutete seine Stimme den Untergang ein oder den Beginn, denn da
erhoben sich die Menschen wider ihr Schicksal und ihr Wehklagen war lauter als der Krieg. Der Herold
verstummte.

