Der Stamm des Blutes - Teil 1 von 5
Die weitere Reise gestaltete sich wenig beschwerlich. Dennoch war es für den kleinen Krieger
eine aufregende Zeit. Weite Strecken legten sie zu Fuß zurück und führten ihre Tokkre an
den Zügeln hinter sich her. Hutzel nutzte die Gelegenheit, um seine ehemalige Retterin in
Augenschein zu nehmen.
Sie sah einem Dreggen recht ähnlich an Größe und Gestalt. Dieser erste Endruck
ließ schnell nach, wenn Feeial lächelte. Einerseits bezauberte sie ihn damit,
andererseits weckte sie auch eine Urangst. Ihre langen Eckzähne, die aus ihrem Oberkiefer
ragten, schienen mehr zu sein als bloße Zierde. Gleichwohl gab sie sich ihm gegenüber
harmlos, bewegte sich sehr bedächtig und vermied es scheinbar ganz bewußt, ihm
bedrohlich zu begegnen. Im Laufe der wenigen Tage, die sie unterwegs waren, lernte der kleine
Krieger sie mehr und mehr zu schätzen.
Ihre blonde Schwester Feeiel verhielt sich völlig gegensätzlich. Sie ließ keine
Gelegenheit für einen finsteren Blick aus, rempelte ihn an und tat es als ein Versehen ab.
Hutzel glaubte ihr nicht, doch ihr schien es ohnehin völlig gleichgültig zu
sein.
Ohne genau zu wissen, wie weit die Reise gediehen war - denn die beiden Schwestern hüllten
sich bei Fragen nach ihrer aller Ziel in Schweigen - gab der kleine Krieger es bald auf, sich
Gedanken zu machen. Er genoß die sorgenfreie Zeit. Seit er diesen Kontinent zum zweiten Mal
betreten hatte, hatten seine Gedanken sich oft mit seinem verschollenen Volk beschäftigt. Nun
kehrte ein wenig Ruhe ein und sein Blick wurde freier.
Nach einer Rast erreichten sie während der zweiten Tageshäfte den Rand eines dichten
Waldgürtels.
»Wir sind bald am Ziel, kleiner Mann«, erklärte Feeial. »Alle deine Fragen
werden beantwortet werden. Vertraue mir.«
»Dort drin?« entgegnete Hutzel ungläubig. Er entdeckte nirgends eine Stelle, die
breit genug war, sie passieren zu lassen.
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