Keinfussabhand - Teil 1 von 4
Seine Verfolger waren stark, schnell und sie waren derer viele. Hutzel hatte die Staubwolke hinter sich
auf der Ebene gesehen. Bereits einmal war er einem Trupp dieser Berittenen in die Falle gegangen, ein
weiteres Mal gedachte er ihnen durch List und Vorsicht zu entgehen. Der kleine Krieger tauchte in einem
Wäldchen unter. Er folgte dem Rinnsal einer mager sprudelnden Quelle bis ins Herz des Baumbestands.
Das Blätterdach war dort sehr dicht. Ausgetrockenetes Laub und Pilze mit ausladenden Hauben
wirbelten Staub unter seinen Schritten auf. Sporen tanzten in den Lichtstrahlen, die wie Goldregen durch
das Astwerk fielen.
Inmitten einer Ansammlung mächtiger Stämme traf Hutzel Longear auf einen ausgehöhlten
Baum. Der kleine Krieger erinnerte sich an seine Jugend. Sein Vater hatte ihm die Jagd gezeigt und wie
ein kluger Jäger mit Geduld und einem guten Versteck seine Beute täuschen konnte. Mit dem Kopf
voran krabbelte er durch eine Öffnung in den Baumstamm. Innen roch es muffig nach faulendem Holz.
Hutzel hoffte, der Geruch würde den strengen, widerwärtigen Gestank aus dem Leuchtenden Hort
überdecken, doch sicher war nicht. Ein Blick nach oben gebahr eine ausreichend große
Bruchstelle im Stamm, durch die er den abgestorbenen Baum auf anderem Wege verlassen konnte. Vielleicht
gelang es ihm von dort auch, seinen Weg durch die Baumkronen fort zu setzen.
Ein Teil des Bauminneren befand sich zur Gänze in Dunkelheit getaucht, weshalb Hutzel das Loch im
Boden auch nicht auffiel. Nachdem er meinte, die Besichtigung seines Verstecks zur Genüge beendet
zu haben, wandte sich der kleine Krieger dem Einstiegsloch im Stamm zu. Er horchte nach seinen
Verfolgern und zwar so angestrengt, dass ihm das leise Rascheln hinter ihm entging. Etwas wand sich
durch das Loch im Boden nach oben, und ein Paar rot leuchtender Augen bohrte seinen ausdruckslosen Blick
in seinen Rücken.
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