Wenn Katzen jagen - Teil 2 von 2
Katani musste noch näher an die beiden heran gelangen, um ihr Gespräch zu belauschen. Leise, wie
es ihr als Katze zueigen war, sprang sie geschwind von Mauervorsprung zu Mauervorsprung, bis sie an einer
geeigneten Stelle landete.
Nun war es ihr zwar möglich, dem Gespräch zu lauschen, doch die ausgetauschten Wörter
kannte sie nicht. Verworren klangen die Silben, mehr ausgehustet aus gesprochen. Das große rote
Wesen legte dem Söldner eine Hand auf die Schulter - eine wahre Pranke - und redete noch
eindringlicher auf den Untoten ein. Jener versuchte mannhaft aufrecht stehen zu bleiben. Schließlich
knickten seine Knie doch ein. Die Kraftprobe schien entschieden zu sein. Der rote Riese nahm seine Hand
von der Schulter des Kleineren fort. Wo er den Untoten berührt hatte, blieben verrußte Stellen
auf dem Stoff zurück. An manchen Stellen rauchte es sogar.
Katani hatte genug gehört und gesehen. Die Festung genoß ihren unheimlichen Ruf völlig zu
Recht in den Städten der Dreggen und darüber hinaus.
Eilig raffte sie sich auf. Mranon, der alte Kater, der sie ausgesandt hatte, würde ihren Bericht
über diese Mission mit seiner üblichen Nachdenklichkeit aufnehmen. Seine Schüler
begeisterte dieses Verhalten nicht, brachte sie doch ihre jugendliche Ungeduld dagegen auf.
Katani verdankte ihren unbemerkten Rückzug aus der Festung nicht nur ihrem Geschick, sondern auch
großem Glück. Bei aller Vorsicht waren ihr die zwischen den trutzigen Mauern umherschweifenden
Schutzgeister entgangen.
Die Katze wandte sich zurück in die Provinz Materwall, ihrer Heimat.
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