Der Heimweg - Teil 3 von 4
Rotan starrte noch immer in die weite Ferne seiner Erinnerungen, als Imhan zu ihm aufschloss.
»Was siehst du, alter Rotan? Suchst du Feinde?« Imhans bartloses Gesicht lächelte von
Ohr zu Ohr.
»Ich erinnere mich wenigstens an Feinde, du Milchbart. Das ist mehr, als du von dir behaupten
kannst.« Rotans Humorlosigkeit war unter den Dreggen seiner Einheit bekannt und wurde stets
belächelt.
»Ist es nicht viel besser, dass der König das Reich mit fester Hand regiert und Feinde keinen
Angriff wagen?«
Nun war es an Rotan, ein Lächeln nicht unterdrücken zu können. »Wir wissen nicht
mehr, was sich jenseits unserer Grenzen ereignet. Der Vater unseres Königs schickte Späher und
Spione in alle Richtungen aus, um stets vorbereitet zu sein.« Rotan schüttelte den Kopf.
»Denk an meine Worte, Imhan, eines Tages werden die Feinde von allen Seiten über uns
herfallen.«
Rotan hörte Imhans Antwort nicht. Der junge Mann war fast noch ein Kind, Schlachten und Kriege
waren für ihn Legenden. Weitsicht und Wachsamkeit bedeuteten ihm nichts. Deshalb waren dem
Milchbart an seiner Seite auch die Reflexionen auf einem entfernten Hügel entgangen.
Für Rotan gab es nur eine Möglichkeit. »Wir werden beobachtet«, sagte er leise.
»Du bleibst hier. Ich werde mir das ansehen. Schicke mir zehn Männer nach.« So sprach
er und stob auf seinem Fando davon.
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