Die Flucht - Teil 2 von 4
Langsam verflüchtigte sich der Rauchzauber in den hereinscheinenden Strahlen des Leuchtenden Horts.
Die Echse auf der Hand des Magiers züngelte ungeduldig. Der Geruch von Schwäche lag in der
Luft, ein Duft, den nur Aasfresser wahrnehmen konnten. Tshenja'Nat senkte den Arm und behende sprang das
grün geschuppte Tier zu Boden.
Die Echse gesellte sich zu einem Artgenossen, der bereits versuchsweise seine nadelspitzen Zähne in
die Sohlen von Longears Stiefeln geschlagen hatte. Das Ergebnis war für den Aasfresser
enttäuschend. Eine Geste des Magiers ließ die Echsen vor weiteren Bemühungen
innehalten.
»Weißt du, meine Tochter, es ist ein Spiel, nichts anderes als ein Spiel. Leider kam ich
niemals wie du in den Genuß einer Kindheit. Ich wurde geboren und war ... einfach da.«
Tshenja'Nat wandte den Blick zum Zellenfenster, weit hinaus in das beunruhigende Schimmern der
Hauptstadt. Keine wirkliche Nacht, nur dieses seltsame Licht, das die Steine der Festung abgaben.
»Ich mag diese Stadt nicht. Sie ist zu hell.«
Die Gestalt hinter Tshenja'Nat regte sich mit Bedacht. Obwohl der Magier ihr den Rücken zukehrte,
senkte sie respektvoll das Haupt. »Die Macht der Stadt wird brechen, Herr. Eure Pläne werden
den verfluchten Dreggen in die schimmelige Kloake zurücktreiben, aus der sein Volk entsprungen
ist.«
»Das ist das Spiel.«
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