Die Flucht - Teil 1 von 4
Rötlich leuchtender Rauch wallte durch den dunklen Kerkergang. Tshenja'Nat, der Sohn des Drachen,
liebte einen geheimnisvollen Auftritt. Im Durchgang zu Hutzel Longears Zelle erschien er wie ein Geist
der vergangenen Zeiten einer magischeren Welt. Auf seiner vorgestreckten Hand hockte eine jener kleinen
Echsen, die in allen dunklen, feuchten Winkeln und Ecken im Dreggenreich zu finden waren. Diese
Kreaturen gehörten zu Tshenja'Nats ständiger Gefolgschaft, scharte er doch überall, wo er
konnte, die Ausgestossenen um sich. Und Aasfresser mochte er besonders.
Seine an Dunkelheit gewöhnten Augen betrachteten das Zelleninnere. Auf dem Boden an die
gegenüberliegende Wand gelehnt, saß der kleine Krieger in Ketten gelegt. Hutzel Longear war
immer noch bewußtlos, aber sein Atem ging wieder ruhig und regelmäßig. Die Träume
waren zurückgekehrt. Sanft wiegten sie ihn in herrlichem Frieden. Klettern, fischen, jagen und
feiern. Das ganze Leben eines zufriedenen Longear tat sich vor ihm auf - bis das Böse Einzug hielt,
sein Volk mordete und aus dem Paradies vertrieb. Hutzel zitterte im Schlaf.
Tshenja'Nat spürte die Präsenz eines weiteren Lebewesens hinter sich. Ohne sich umzudrehen
sprach er: »Diesen kleinen Mann in Gefangenschaft zu sehen, ist nicht richtig. Er wird uns von
Nutzen sein, in nicht allzu ferner Zukunft. Er wird ... er muss, jemanden für uns
finden.«
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