Zwischenspiel: Das Attentat - Teil 2 von 2
Der Name Odem des Drachen war nicht schmückendes Beiwerk einer weiteren Bande von bezahlten
Mördern, vielmehr war er die Essenz ihres Ordens. Der Odem des Drachen war Gift. Dieses Gift
durchdrang ihre Körper, strömte aus ihren Poren - zwar hatte es sie vor Jahrhunderten
getötet, aber auch unsterblich gemacht. Es war ihre Hauptwaffe!
Rotan verließ die Schenke, taumelte gegen den Türrahmen, sein Schild schepperte. Ein lautes
Nachhallen in der Gasse kündete dem gedungenen Mörder sein Kommen an.
»Verdammtes, mieses, verfaultes ... Zeug, schenken hier nur Fusel aus ...«, brummte Rotan in
seinen Bart hinein. Sein Gegner erschien nicht schnell, es kam dem alten Krieger nur so vor. Zunehmend
stank die Luft nach Moder, süßlich, Giftschwaden reckten sich zungengleich auf Rotan zu. Blau
zerfressene Augenschlitze lugten ihm hinter einer grellroten Maske entgegen.
Der Assassine bewegte sich zuversichtlich langsam. Das Gift begann zu wirken. Rotan riß sein
Schwert aus der Scheide und wäre beinahe, vom eigenen Schwung getragen, zu Boden gefallen. Eine
emotionslos trockene Hand packte seinen Schwertarm und hielt ihn zurück.
Die Maske brannte sich in Rotans Gedächtnis ... Keuchen ... keine Luft zum Atmen ... die
Lähmung setzte ein. Sollte das sein Ende sein?
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